Form und Anwendung
Semaglutid gibt es als Spritze einmal pro Woche und als Tablette einmal täglich.12 Die Tablette wird nüchtern mit bis zu 120 ml Wasser geschluckt. Danach warten Sie mindestens 30 Minuten mit Essen, Trinken und anderen Arzneimitteln.2 Tirzepatid wird einmal pro Woche mit einem Fertigpen gespritzt. Ein Pen enthält 4 Dosen.4
Dosis aufbauen
Beide Wirkstoffe werden mit einer niedrigen Dosis begonnen und Schritt für Schritt gesteigert.124 Bei der Semaglutid-Spritze dauert das 16 Wochen bis 2,4 mg pro Woche.1 Falls notwendig, kann die Dosis danach auf 7,2 mg steigen, laut Fachinformation bei Erwachsenen mit einem BMI von 30 kg/m² oder mehr zu Beginn.13 Bei der Tablette dauert es 12 Wochen bis 25 mg täglich.2 Tirzepatid beginnt mit 2,5 mg pro Woche und wird nach 4 Wochen auf 5 mg erhöht. Weitere Schritte von 2,5 mg folgen bei Bedarf.4 Als Erhaltungsdosis werden 5 mg, 10 mg oder 15 mg empfohlen.5
Zulassung
Die Semaglutid-Spritze ist auch für Jugendliche ab 12 Jahren mit Adipositas und mehr als 60 kg Körpergewicht zugelassen.1 Die Semaglutid-Tablette und Tirzepatid zum Abnehmen sind nur für Erwachsene.24 Dasselbe Tirzepatid-Arzneimittel ist zusätzlich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen, auch für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren.4
Schwangerschaft und Stillzeit
Semaglutid darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Wer schwanger werden möchte, muss es mindestens zwei Monate vorher absetzen. In der Stillzeit darf es nicht angewendet werden.12 Tirzepatid sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.4 Laut Fachinformation soll es mindestens 1 Monat vor einer geplanten Schwangerschaft abgesetzt werden.5 Wer stillt oder stillen möchte, spricht vorher mit der Ärztin oder dem Arzt.4 Bei beiden Wirkstoffen wird empfohlen, während der Anwendung zu verhüten.14 Wenn Sie während der Anwendung schwanger werden, sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei beiden wird die Behandlung dann beendet.135
Gemeinsamkeiten
Bei beiden sind Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen sehr häufig, vor allem zu Beginn oder während der Dosissteigerung.14 Diese Beschwerden können zu Flüssigkeitsverlust führen. Trinken Sie deshalb ausreichend.14 Zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin kann bei beiden eine Unterzuckerung auftreten.14 Bei beiden sind Gallensteine als Nebenwirkung beschrieben.14 Sagen Sie vor einer Operation mit Narkose, dass Sie den Wirkstoff anwenden. Weil sich der Magen langsamer leert, kann dabei Mageninhalt in die Lunge gelangen.1345 Bei beiden zahlt die gesetzliche Krankenversicherung nicht, wenn sie zum Abnehmen angewendet werden.6