Was der BMI nicht zeigt
Der BMI berücksichtigt den Körperbau nicht. Er unterscheidet auch nicht zwischen Muskeln und Fett. Bei sehr muskulösen Menschen überschätzt er deshalb den Fettanteil. Bei älteren Menschen unterschätzt er ihn eher, weil die Muskelmasse im Alter abnimmt.1 Bei sehr kleinen und sehr großen Menschen ist der BMI unzuverlässig.1
Die üblichen Grenzwerte passen außerdem nicht für alle Menschen gleich gut. Bei Menschen aus Südostasien unterschätzen sie den Körperfettanteil, bei Menschen afrikanischer Herkunft überschätzen sie ihn.1
Bauchumfang als Ergänzung
Der BMI zeigt nicht, wo das Fett sitzt. Fett im Bauchraum ist gesundheitlich ungünstiger als Fett an anderen Körperstellen. Deshalb kann es sinnvoll sein, zusätzlich den Bauchumfang zu messen.1 Mehr als 102 Zentimeter bei Männern und mehr als 88 Zentimeter bei Frauen gelten als gesundheitlich bedenklich. Diese Werte berücksichtigen aber nicht den Körperbau eines Menschen.1
So messen Sie den Bauchumfang: Legen Sie ein Maßband in der Mitte zwischen Beckenkamm und Rippenbogen waagerecht um die Taille. Am besten messen Sie morgens vor dem Frühstück, nach leichtem Ausatmen und ohne den Bauch einzuziehen.1
Kinder und Jugendliche
Bei Kindern und Jugendlichen muss das Alter berücksichtigt werden. Für sie gelten eigene Grenzwerte, nicht die Werte für Erwachsene.2
Was der BMI über die Gesundheit sagt
Ein BMI von 25 bis 30 hat laut Studien keinen großen Einfluss auf die Lebenserwartung. Wichtig wird Übergewicht vor allem, wenn gleichzeitig andere Erkrankungen wie Diabetes bestehen.1 Eine Adipositas kann sich dagegen ungünstig auf Gesundheit und Lebenserwartung auswirken. Je ausgeprägter sie ist, desto größer ist das Risiko für Folgeerkrankungen.1 Viele Menschen mit Adipositas verbessern ihre Gesundheit, wenn sie etwas Gewicht verlieren.1
Wie hoch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist, hängt aber von vielen Faktoren ab, etwa Alter, Blutdruck, Cholesterin, Diabetes und Rauchen. Deshalb ist es sinnvoll, den BMI zusammen mit diesen Faktoren zu betrachten.1
BMI und Medikamente zum Abnehmen
Der BMI entscheidet mit darüber, ob ein Medikament zum Abnehmen infrage kommt. Semaglutid und Tirzepatid sind zum Beispiel für Erwachsene mit einem BMI ab 30 zugelassen. Bei einem BMI ab 27 kommen sie infrage, wenn zusätzlich gewichtsbedingte Gesundheitsprobleme bestehen, etwa Bluthochdruck oder Typ-2-Diabetes.34 Mehr dazu lesen Sie unter Übergewicht und Adipositas.