Migräne: Symptome und Aura erkennen
Inhaltsverzeichnis
- Die wichtigsten Symptome im Überblick
- Migräne ohne Aura: der typische Anfall
- Migräne mit Aura: Sehstörungen als Vorbote
- Die vier Phasen einer Migräneattacke
- Migräne oder Spannungskopfschmerz? Der Unterschied
- Ursachen: wie es dazu kommt
- Wann Sie zum Arzt sollten
- Behandlung: was hilft
- Häufige Fragen (FAQ)
- Wie fühlt sich eine Migräne an?
- Was sind die ersten Anzeichen einer Migräne?
- Wie erkennt man eine Migräne mit Aura?
- Wie lange dauert eine Migräneattacke?
- Was ist der Unterschied zwischen Migräne und normalen Kopfschmerzen?
- Kann man eine Aura ohne Kopfschmerzen haben?
- Ist Migräne gefährlich?
- Quellen

Migräne ist mehr als starker Kopfschmerz. Sie ist eine eigenständige neurologische Erkrankung, die in Attacken verläuft und den Alltag für Stunden bis Tage lahmlegt. Wer die Anzeichen kennt, erkennt eine Attacke früher - und das ist entscheidend, denn Akutmedikamente wirken am besten, wenn sie zu Beginn des Kopfschmerzes eingenommen werden.
Typische Migräne-Symptome sind: einseitiger Kopfschmerz, pulsierender oder pochender Schmerzcharakter, Verstärkung durch Bewegung, Übelkeit und Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Geruchsempfindlichkeit sowie eine Attackendauer von vier bis 72 Stunden. Bei einem Teil der Betroffenen kündigt sich der Anfall zusätzlich durch eine Aura an - meist Flimmern, Zickzacklinien oder ein Ausfall im Gesichtsfeld.
Die wichtigsten Symptome im Überblick
- Einseitiger Kopfschmerz, der im Verlauf die Seite wechseln kann
- Pulsierender, pochender oder hämmernder Schmerzcharakter
- Mittlere bis sehr starke Intensität, Verstärkung durch Treppensteigen oder Bücken
- Übelkeit, Appetitlosigkeit, teils Erbrechen
- Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen
- Rückzugsbedürfnis: abgedunkelter, stiller Raum wird als einzige Erleichterung empfunden
- Attackendauer unbehandelt vier bis 72 Stunden
- Bei Migräne mit Aura: Sehstörungen, Kribbeln oder Wortfindungsstörungen vor dem Kopfschmerz
- Nach der Attacke: Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, „Kater“-Gefühl
Migräne ohne Aura: der typische Anfall
Die meisten Migräneattacken laufen ohne Aura ab. Der Kopfschmerz beginnt oft dumpf im Bereich von Stirn, Schläfe oder hinter dem Auge und steigert sich über Minuten bis Stunden zu einem pulsierenden Schmerz, der sich meist auf eine Kopfhälfte beschränkt. Charakteristisch ist die Bewegungsempfindlichkeit: Wer die Treppe hochgeht oder sich bückt, spürt sofort, dass der Schmerz zunimmt. Genau das unterscheidet die Migräne vom Spannungskopfschmerz, bei dem Bewegung eher guttut.
Die Begleitsymptome sind für die Diagnose fast wichtiger als der Schmerz selbst. Übelkeit, Appetitlosigkeit und Erbrechen gehören ebenso dazu wie eine ausgeprägte Licht- und Lärmempfindlichkeit. Viele Betroffene beschreiben, dass sie Gerüche plötzlich nicht mehr ertragen - Kaffee, Parfüm oder Essensdüfte lösen Übelkeit aus. Von einer Migräne sprechen Fachleute in der Regel dann, wenn solche Attacken mindestens fünfmal aufgetreten sind.
Migräne mit Aura: Sehstörungen als Vorbote
Etwa 15 bis 25 Prozent der Betroffenen erleben eine Aura. Dabei handelt es sich um vorübergehende neurologische Ausfälle, die dem Kopfschmerz meist 15 bis 60 Minuten vorausgehen. Am häufigsten sind Sehstörungen: ein flimmernder Fleck, der langsam größer wird, gezackte Linien am Rand des Gesichtsfelds, Lichtblitze oder ein regelrechtes Loch im Blickfeld. Typisch ist, dass sich die Aura langsam ausbreitet - über Minuten, nicht schlagartig.
Seltener treten sensible Auren auf: ein Kribbeln, das an der Hand beginnt und über den Arm bis zu Gesicht und Zunge wandert. Auch Wortfindungs- und Sprachstörungen sind möglich; die Betroffenen wissen, was sie sagen wollen, finden aber die Worte nicht. Sehr selten kommen Lähmungserscheinungen einer Körperhälfte oder Schwindel und Doppelbilder hinzu. Eine Aura bildet sich in aller Regel innerhalb einer Stunde vollständig zurück.
Wichtig: Eine Aura kann auch ohne anschließenden Kopfschmerz auftreten. Und beim allerersten Mal lässt sie sich für Laien nicht sicher von einem Schlaganfall oder einer TIA unterscheiden. Deshalb gilt: Die erste Aura Ihres Lebens gehört ärztlich abgeklärt - nicht selbst gedeutet.
Die vier Phasen einer Migräneattacke
Eine Attacke beginnt nicht mit dem Kopfschmerz. Sie läuft in Phasen ab, die sich mit etwas Übung gut auseinanderhalten lassen:

- Vorbotenphase (Prodrom): Stunden bis zwei Tage vorher - Gähnen, Heißhunger, Reizbarkeit, Müdigkeit, Nackenverspannung, vermehrter Harndrang.
- Aura-Phase: nur bei einem Teil der Betroffenen, meist 15 bis 60 Minuten, überwiegend Sehstörungen.
- Kopfschmerzphase: vier bis 72 Stunden, einseitig-pulsierend mit Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit.
- Rückbildungsphase: Stunden bis zwei Tage Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Muskelkater-ähnliches Gefühl.
Die Vorbotenphase ist praktisch wertvoll: Wer sie bei sich erkennt, kann Termine verschieben, für Schlaf sorgen und das Akutmedikament bereitlegen. Ein einfaches Kopfschmerztagebuch - Datum, Dauer, Stärke, Begleitsymptome, eingenommene Medikamente - macht dieses Muster innerhalb weniger Wochen sichtbar und ist die beste Vorbereitung auf den Arzttermin.
Migräne oder Spannungskopfschmerz? Der Unterschied
Spannungskopfschmerz fühlt sich dumpf-drückend an, liegt meist beidseitig wie ein Band um den Kopf, ist leicht bis mittelstark und wird durch Bewegung nicht schlimmer. Übelkeit fehlt, und höchstens eine der beiden Empfindlichkeiten - Licht oder Lärm - ist vorhanden. Migräne ist dagegen meist einseitig, pulsierend, bewegungsempfindlich und von Übelkeit begleitet.

Beides kann bei derselben Person vorkommen, und beides kann durch zu häufige Schmerzmitteleinnahme in einen Dauerkopfschmerz übergehen. Als Faustregel gilt: An maximal zehn Tagen im Monat Akutmedikamente - darüber steigt das Risiko für einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz deutlich.
Ursachen: wie es dazu kommt
Die genauen Mechanismen sind bis heute nicht abschließend geklärt. Nach heutigem Verständnis liegt der Migräne eine erhöhte Reizverarbeitungsbereitschaft des Gehirns zugrunde: Nervenzellen reagieren empfindlicher auf Reize, das Schmerzsystem rund um den Trigeminusnerv wird aktiviert, und an den Blutgefäßen der Hirnhäute laufen entzündliche Prozesse ab. Der Aura liegt vermutlich eine langsam über die Hirnrinde wandernde Erregungswelle zugrunde - das erklärt, warum sich Flimmerskotome ausbreiten statt schlagartig aufzutreten.
Die Veranlagung ist familiär: Migräne häuft sich in Familien. Was eine einzelne Attacke auslöst, ist individuell. Häufig genannte Auslöser sind Stress - oder gerade das Nachlassen von Stress am Wochenende -, unregelmäßiger Schlaf, ausgelassene Mahlzeiten, zu wenig Trinken, Alkohol, Wetterwechsel, grelles Licht und hormonelle Schwankungen. Der Zusammenhang mit der Menstruation ist gut dokumentiert; Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr.
Auslöser sind allerdings keine Schuldfrage. Wer jeden möglichen Trigger meidet, schränkt den Alltag oft stärker ein, als die Migräne es täte. Sinnvoller ist es, mithilfe des Tagebuchs die zwei bis drei Faktoren herauszufiltern, die bei Ihnen reproduzierbar eine Rolle spielen.
Wann Sie zum Arzt sollten
Migräne ist zwar quälend, aber in aller Regel nicht gefährlich. Es gibt jedoch Konstellationen, bei denen eine ärztliche Abklärung nicht warten darf. Rufen Sie den Notruf 112 oder fahren Sie sofort in die Notaufnahme bei:
- Kopfschmerz, der schlagartig einsetzt und binnen Sekunden bis einer Minute sein Maximum erreicht („Donnerschlagkopfschmerz“) - Verdacht auf eine Hirnblutung
- Stärkstem Kopfschmerz, wie Sie ihn noch nie erlebt haben
- Kopfschmerz mit Fieber, Nackensteifigkeit oder Verwirrtheit
- Lähmungen, Sprachstörungen, Sehverlust oder Bewusstseinsstörung
- Kopfschmerz nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf
- Krampfanfall im Zusammenhang mit dem Kopfschmerz
Zeitnah - also innerhalb weniger Tage - zur Hausärztin oder in die neurologische Praxis gehören: die erste Aura Ihres Lebens, eine Aura, die länger als eine Stunde anhält oder immer dieselbe Körperseite betrifft, eine deutliche Veränderung Ihres gewohnten Migränemusters, Attacken, die neu nach dem 50. Lebensjahr beginnen, sowie ein Anstieg auf mehr als drei Attacken im Monat. Auch wenn Sie an mehr als zehn Tagen im Monat Schmerzmittel brauchen, ist das ein Grund für einen Termin.
Ein eigener Gesprächspunkt betrifft Frauen mit Migräne mit Aura, die hormonell verhüten: Bei Aura sollte die Verhütung mit einer kombinierten Pille ärztlich neu bewertet werden. Die Fachgesellschaften gewichten das damit verbundene Gefäßrisiko unterschiedlich, deshalb ist das eine Entscheidung, die in die frauenärztliche Sprechstunde gehört - und keine, die Sie im Netz oder in einem Shop klären sollten.
Behandlung: was hilft
Der wirksamste Hebel im Anfall ist der Zeitpunkt. Nehmen Sie das Akutmedikament früh in der Kopfschmerzphase, nicht erst nach Stunden Abwarten. Dazu kommen die einfachen Maßnahmen, die viele Betroffene ohnehin instinktiv wählen: abgedunkelter Raum, Ruhe, Kühlung der Stirn, Schlaf.
Medikamentös gibt es zwei Stufen. Bei leichteren Attacken helfen klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol, bei ausgeprägter Übelkeit ergänzt um ein Mittel gegen Übelkeit. Wirken diese nicht ausreichend, kommen Triptane zum Einsatz - migränespezifische Wirkstoffe, die als Agonisten an 5-HT1-Rezeptoren die erweiterten Hirnhautgefäße verengen und die Aktivität des Trigeminussystems dämpfen. Sumatriptan ist der bekannteste Vertreter dieser Gruppe; die orale Form wirkt typischerweise nach etwa 30 Minuten.
In unserer Kategorie Migräne & Kopfschmerzen finden Sie die entsprechenden verschreibungspflichtigen Präparate, darunter Sumatriptan von 1A Pharma sowie das Original Imigran T von GSK. Beide enthalten denselben Wirkstoff und sind zur Behandlung akuter Migräneattacken mit und ohne Aura gedacht - nicht zur Vorbeugung und nicht für Kopfschmerzen anderer Ursache. Triptane sind nicht für jeden geeignet: Bei durchgemachtem Herzinfarkt, koronarer Herzkrankheit, Schlaganfall oder TIA in der Vorgeschichte, bei unbehandeltem oder schwer einstellbarem Bluthochdruck und bei schwerer Leberfunktionsstörung dürfen sie nicht angewendet werden. Auch die gleichzeitige Einnahme von Ergotaminen, anderen Triptanen oder MAO-Hemmern ist ausgeschlossen. Deshalb steht bei uns vor jeder Bestellung ein ärztlicher Fragebogen - und eine gesicherte Migränediagnose ist die Voraussetzung, keine Formalie.
Treten mehr als drei behandlungsbedürftige Attacken im Monat auf, geht es nicht mehr um Akutmittel, sondern um Prophylaxe. Dafür kommen Betablocker, Amitriptylin, Topiramat oder - bei entsprechender Indikation - CGRP-Antikörper infrage, ergänzt um Ausdauersport, Entspannungsverfahren und einen regelmäßigen Tagesrhythmus. Diese Einstellung übernimmt die behandelnde Praxis, nicht der Onlineshop.
Bei sehr häufigen Attacken kommt zusätzlich eine medikamentöse Prophylaxe infrage; rechnen Sie mit etwa drei Monaten, bis sich beurteilen lässt, ob sie wirkt.


Häufige Fragen (FAQ)
Wie fühlt sich eine Migräne an?
Meist als einseitiger, pulsierender oder pochender Kopfschmerz von mittlerer bis sehr starker Intensität, der sich durch Bewegung verstärkt. Dazu kommen Übelkeit, Appetitlosigkeit und eine deutliche Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und oft auch Gerüchen. Viele Betroffene können während einer Attacke weder arbeiten noch fernsehen und ziehen sich in einen abgedunkelten, stillen Raum zurück.
Was sind die ersten Anzeichen einer Migräne?
Häufig kündigt sich eine Attacke Stunden bis zwei Tage vorher an: durch auffälliges Gähnen, Heißhunger oder Appetitlosigkeit, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Müdigkeit, Nackenverspannung oder vermehrten Harndrang. Bei Migräne mit Aura folgt darauf die Aura mit Sehstörungen. Wer diese Vorboten kennt, kann früher gegensteuern und das Akutmedikament rechtzeitig einnehmen.
Wie erkennt man eine Migräne mit Aura?
An neurologischen Symptomen, die sich über Minuten langsam ausbreiten und meist innerhalb einer Stunde wieder verschwinden: flimmernde Punkte, Zickzacklinien, Lichtblitze oder ein Ausfall im Gesichtsfeld, seltener Kribbeln von der Hand über den Arm zum Gesicht oder Wortfindungsstörungen. Der Kopfschmerz folgt typischerweise 15 bis 60 Minuten später. Die erste Aura gehört immer ärztlich abgeklärt.
Wie lange dauert eine Migräneattacke?
Unbehandelt vier bis 72 Stunden. Eine Aura dauert deutlich kürzer, in der Regel 15 bis 60 Minuten. Nach dem Abklingen des Kopfschmerzes folgt oft noch eine Rückbildungsphase mit Erschöpfung und Konzentrationsproblemen, die Stunden bis zwei Tage anhalten kann. Attacken, die länger als 72 Stunden anhalten, sollten ärztlich abgeklärt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Migräne und normalen Kopfschmerzen?
Spannungskopfschmerz ist dumpf-drückend, meist beidseitig, leicht bis mittelstark und wird durch Bewegung nicht schlimmer; Übelkeit fehlt. Migräne ist überwiegend einseitig, pulsierend, stärker und verschlimmert sich bei körperlicher Aktivität. Die Kombination aus Einseitigkeit, Pulsieren, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit ist das entscheidende Unterscheidungsmerkmal.
Kann man eine Aura ohne Kopfschmerzen haben?
Ja. Es gibt Auren, auf die kein Kopfschmerz folgt. Das kommt vor allem bei Menschen vor, die bereits eine Migräne mit Aura kennen, und ist an sich nicht bedrohlich. Beim ersten Auftreten lässt sich eine solche isolierte Aura jedoch nicht sicher von einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns unterscheiden - sie muss deshalb ärztlich abgeklärt werden.
Ist Migräne gefährlich?
Die Attacke selbst ist quälend, aber nicht lebensbedrohlich. Gefährlich wird es, wenn ein Kopfschmerz fälschlich für Migräne gehalten wird: Ein schlagartig einsetzender Vernichtungskopfschmerz, Fieber mit Nackensteifigkeit oder neu auftretende Lähmungen sind Notfälle. Problematisch ist außerdem die zu häufige Einnahme von Schmerzmitteln - ab mehr als zehn Einnahmetagen im Monat droht ein medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz.
Quellen
- Apotheken Umschau - Migräne: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten: - https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/neurologische-erkrankungen/migraene-734115.html
- IQWiG / gesundheitsinformation.de - Migräne: - https://www.gesundheitsinformation.de/migraene.html
- Deutsche Hirnstiftung - Migräne: - https://hirnstiftung.org/erkrankung/migraene/
- Gesundheitsportal Österreich (BMSGPK) - Migräne: - https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/gehirn-nerven/kopfschmerzen/migraene.html
- Gelbe Liste - Wirkstoff Sumatriptan: - https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Sumatriptan_26117
- Deutsches Ärzteblatt - Kopfschmerzgesellschaft relativiert Empfehlungen zur Anti-Babypille: - https://www.aerzteblatt.de/news/kopfschmerzgesellschaft-relativiert-empfehlungen-zur-anti-babypille-92baf314-8565-4124-842c-a8d418f99d7b