Madenwürmer: Symptome bei Kindern & Erwachsenen
Inhaltsverzeichnis
- Die wichtigsten Symptome im Überblick
- Madenwürmer-Symptome bei Kindern
- Madenwürmer-Symptome bei Erwachsenen
- Würmer im Stuhl: Symptome und woran Sie sie erkennen
- Warum die Beschwerden nachts am stärksten sind
- Ursachen: wie es dazu kommt
- Wann Sie zum Arzt sollten
- Behandlung: was hilft
- Häufige Fragen (FAQ)
- Wie merkt man, dass man Madenwürmer hat?
- Wie sieht der Stuhl bei Madenwürmern aus?
- Gehen Madenwürmer von alleine weg?
- Vermox einmal oder dreimal einnehmen?
- Wie lange dauert es, bis Madenwürmer weg sind?
- Sind Madenwürmer ansteckend? Darf mein Kind in den Kindergarten?
- Welche Hausmittel helfen gegen Madenwürmer?
- Können auch Erwachsene Madenwürmer bekommen?
- Quellen

Madenwürmer (Enterobius vermicularis) sind der häufigste Wurmbefall in Deutschland und in aller Regel harmlos. Das Leitsymptom ist eindeutig: starker Juckreiz am After, der abends und nachts einsetzt. Ein großer Teil der Infektionen verläuft allerdings ganz ohne Beschwerden.
Typisch sind außerdem unruhiger Schlaf, wunde Kratzstellen am Po und kleine weiße Fäden in der Unterwäsche oder im Stuhl. Der folgende Überblick zeigt, woran Sie einen Befall bei Kindern und bei Erwachsenen erkennen.
Die wichtigsten Symptome im Überblick
- Nächtlicher Juckreiz am After: das Leitsymptom, meist abends im warmen Bett
- Unruhiger Schlaf, häufiges Aufwachen, bei Kindern gelegentlich erneutes Einnässen
- Kleine weiße, fadenförmige Würmer von etwa 5 bis 13 Millimetern am After, in der Unterwäsche oder im Stuhl
- Gerötete, wunde oder entzündete Haut rund um den After durch das Kratzen
- Bei Mädchen und Frauen: Juckreiz und Reizung im Scheidenbereich
- Bauchschmerzen, Übelkeit oder Stuhldrang, aber nur bei starkem Befall
- Tagsüber Müdigkeit, Unruhe und Konzentrationsprobleme als Folge des Schlafmangels
- Gar keine Symptome: viele Infektionen bleiben vollständig unbemerkt
Madenwürmer-Symptome bei Kindern
Kinder zwischen vier und elf Jahren sind am häufigsten betroffen. Nach Angaben des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen ist etwa jedes fünfte Kindergarten- und Grundschulkind einmal betroffen. Das erste Zeichen bemerken Eltern meist abends: Das Kind kratzt sich am Po, wälzt sich im Bett hin und her und kommt nicht zur Ruhe.
Kleinere Kinder können den Juckreiz oft nicht benennen. Sie rutschen stattdessen auf dem Gesäß herum, zappeln mit den Beinen oder fassen sich ständig in die Hose. Auch Verhaltensänderungen gehören zum Bild: Reizbarkeit am Tag, Konzentrationsprobleme in der Schule und, bei Kindern, die schon trocken waren, erneutes nächtliches Einnässen.
Bei Mädchen wandern die Würmer gelegentlich vom After bis in den Scheidenbereich. Dann kommen Juckreiz und eine Entzündung im Genitalbereich hinzu, die leicht mit einer Pilzinfektion verwechselt wird. Wunde, gerötete oder nässende Kratzstellen am After können sich zusätzlich mit Bakterien infizieren.
Madenwürmer-Symptome bei Erwachsenen
Erwachsene stecken sich seltener an, aber keineswegs nie. Meist trifft es Eltern, Großeltern oder Erzieherinnen und Erzieher, die im selben Haushalt oder in derselben Gruppe mit einem infizierten Kind leben. Die Beschwerden sind dieselben, werden aber häufiger falsch eingeordnet.
Viele Erwachsene deuten den nächtlichen Analjuckreiz zunächst als Hämorrhoiden, als Analekzem oder als Reaktion auf Feuchttücher. Dass ein Wurmbefall dahintersteckt, fällt oft erst auf, wenn ein weißer Faden in der Unterwäsche oder auf dem Toilettenpapier auftaucht.
Bei stärkerem Befall kommen unspezifische Darmbeschwerden dazu: Bauchschmerzen, Übelkeit, gelegentlich Stuhldrang oder Appetitlosigkeit. Frauen können, wie Mädchen, Juckreiz und Ausfluss im Scheidenbereich entwickeln. Weil der Schlaf regelmäßig unterbrochen wird, sind Tagesmüdigkeit und Gereiztheit eine häufige Begleiterscheinung.
Würmer im Stuhl: Symptome und woran Sie sie erkennen
Der Suchbegriff „Würmer im Stuhl“ führt fast immer zu Madenwürmern. Sie sind beige-weiß, etwa 5 bis 13 Millimeter lang und so dünn wie ein Nähfaden. Die Weibchen sind deutlich größer als die Männchen. Mit bloßem Auge sind sie gut zu erkennen, vor allem, weil sie sich kurz nach dem Absetzen noch bewegen.
Wichtig zu wissen: Madenwürmer legen ihre Eier nicht im Darm ab, sondern in den Hautfalten am After. Deshalb sind sie im Stuhl längst nicht immer zu finden. Ein unauffälliger Stuhlgang schließt einen Befall also nicht aus, und eine normale Stuhlprobe im Labor ist zum Nachweis wenig geeignet.
Am zuverlässigsten sehen Sie die Würmer nachts oder frühmorgens direkt am After, bevor gewaschen wird. Sichtbare weiße Fäden in der Unterwäsche, auf dem Toilettenpapier oder in der Bettwäsche sind ein ebenso deutlicher Hinweis. Andere Würmer, etwa Bandwurmglieder, sehen anders aus: flach, gliedförmig und meist größer.
Warum die Beschwerden nachts am stärksten sind
Der Rhythmus des Parasiten erklärt das Symptommuster. Die erwachsenen Weibchen leben im Dickdarm und wandern nachts durch den After nach außen, wenn der Körper warm und in Ruhe ist. Dort legen sie ihre Eier in einer klebrigen Masse in den Hautfalten ab.
Diese Masse und die Bewegung der Würmer lösen den typischen Juckreiz aus. Er beginnt abends im warmen Bett, erreicht nachts seinen Höhepunkt und lässt tagsüber oft fast vollständig nach. Genau dieses Muster, kombiniert mit beschwerdefreien Tagen, ist ein starker Hinweis auf Madenwürmer und nicht auf Hämorrhoiden oder ein Ekzem.
Ursachen: wie es dazu kommt
Eine Ansteckung erfolgt ausschließlich über den Mund: Man verschluckt mikroskopisch kleine Wurmeier. Die Larven schlüpfen im Dünndarm, die Würmer reifen im Dickdarm heran. Bis die ersten Beschwerden auftreten, vergehen typischerweise zwei bis sechs Wochen.

Der Hauptweg ist die eigene Hand. Wer sich nachts kratzt, hat die Eier unter den Fingernägeln und verteilt sie am nächsten Morgen auf Türklinken, Handtücher, Spielzeug, Bettwäsche und Lebensmittel. Von dort gelangen sie in den nächsten Mund. Dieser Kreislauf erklärt, warum sich Betroffene ohne Behandlung immer wieder selbst neu anstecken und warum in Familien meist mehrere Personen betroffen sind.
Die Eier sind robust. Je nach Umgebungsbedingungen bleiben sie außerhalb des Körpers mehrere Tage bis zu zwei oder drei Wochen ansteckend, besonders in feuchtwarmer Umgebung. Mangelnde Hygiene ist ausdrücklich nicht die Ursache: Madenwürmer treten in allen sozialen Schichten auf, überall dort, wo Kinder eng zusammen sind.
Wann Sie zum Arzt sollten
Ein Madenwurmbefall ist fast immer harmlos, gehört aber trotzdem in ärztliche Hände, weil die wirksamen Medikamente in Deutschland verschreibungspflichtig sind und der ganze Haushalt mitbehandelt werden sollte. Vereinbaren Sie einen Termin in der hausärztlichen oder kinderärztlichen Praxis, wenn:
- Sie Würmer am After, in der Unterwäsche oder im Stuhl gesehen haben
- der nächtliche Juckreiz länger als ein paar Tage anhält
- die Haut am After wund, nässend, stark gerötet oder eitrig ist (Verdacht auf bakterielle Infektion)
- ein Mädchen oder eine Frau zusätzlich Juckreiz, Brennen oder Ausfluss im Scheidenbereich hat
- Bauchschmerzen, anhaltende Übelkeit, Erbrechen oder Gewichtsverlust dazukommen
- Fieber auftritt oder das Kind deutlich krank wirkt
- die Beschwerden nach einer Behandlung erneut auftreten
- Sie schwanger sind oder stillen: Die Wahl und der Zeitpunkt des Medikaments müssen dann ärztlich abgewogen werden
Blut im Stuhl, starke oder krampfartige Bauchschmerzen und anhaltendes Erbrechen sprechen gegen einen reinen Madenwurmbefall. Lassen Sie diese Beschwerden zeitnah abklären, statt sie selbst zu behandeln.
Behandlung: was hilft
Die Behandlung besteht aus zwei Teilen, und beide sind gleich wichtig: ein Wurmmittel gegen die erwachsenen Würmer und konsequente Hygiene gegen die Eier, die das Medikament nicht sicher erreicht.

Mittel der Wahl ist der Wirkstoff Mebendazol, der den Würmern die Zuckeraufnahme abschneidet, sodass sie absterben. In unserem Sortiment finden Sie ihn als Vermox 100 mg; weitere Präparate gegen Darmparasiten sind in der Kategorie Darm & Würmer zusammengefasst. Alternativen sind Pyrantel und Pyrvinium, das den Stuhl vorübergehend rot färbt. Alle diese Mittel sind verschreibungspflichtig und werden nach ärztlicher Rücksprache abgegeben.
Entscheidend ist die Wiederholung: Eine einzelne Gabe tötet die erwachsenen Würmer, nicht aber die Eier, aus denen in den folgenden Wochen neue Würmer schlüpfen. Deshalb wird die Behandlung nach zwei Wochen und häufig noch einmal nach vier Wochen wiederholt. Wer nur einmal behandelt, erlebt oft, dass der Juckreiz nach kurzer Pause zurückkommt.
Behandeln Sie außerdem alle im Haushalt lebenden Personen gleichzeitig, auch die beschwerdefreien. Parallel dazu die Hygienemaßnahmen für mindestens zwei Wochen: Fingernägel kurz schneiden, morgens duschen und den Analbereich waschen, täglich frische Unterwäsche, Bett- und Handtuchwäsche bei mindestens 60 Grad, Bettwäsche nicht ausschütteln, gründliches Händewaschen vor dem Essen und nach jedem Toilettengang. Bei Kindern helfen enge Schlafanzughosen oder Baumwollhandschuhe in der Nacht gegen das Kratzen.
Weitere Beiträge zu diesem Themenbereich: „Bandwurm: Symptome beim Menschen erkennen“ und „Was hilft gegen Durchfall“.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie merkt man, dass man Madenwürmer hat?
Das deutlichste Zeichen ist starker Juckreiz am After, der abends im warmen Bett beginnt und nachts am schlimmsten ist. Dazu kommen unruhiger Schlaf, Kratzspuren am Po und manchmal sichtbare weiße Fäden in der Unterwäsche. Bei Kindern fallen Eltern oft zuerst das Herumrutschen auf dem Gesäß und die Gereiztheit am Tag auf. Ein Teil der Infizierten hat gar keine Beschwerden.
Wie sieht der Stuhl bei Madenwürmern aus?
Der Stuhl selbst verändert sich meist nicht. Bei stärkerem Befall sind darin kleine beige-weiße, fadenförmige Würmer von etwa 5 bis 13 Millimetern zu sehen, die sich kurz noch bewegen. Weil die Weibchen ihre Eier am After und nicht im Darm ablegen, ist der Stuhl aber häufig unauffällig. Ein normaler Stuhlgang schließt Madenwürmer nicht aus.
Gehen Madenwürmer von alleine weg?
Theoretisch ja, weil die erwachsenen Würmer nach einigen Wochen absterben. In der Praxis passiert das selten: Wer sich nachts kratzt, verschluckt am nächsten Tag erneut Eier und infiziert sich selbst wieder. Dieser Kreislauf hält den Befall aufrecht. Ohne Behandlung und ohne konsequente Hygiene verschwinden Madenwürmer deshalb in der Regel nicht von allein.
Vermox einmal oder dreimal einnehmen?
Hier gehen die Angaben auseinander. Die Fachinformation zu Mebendazol nennt bei Madenwürmern eine Tablette zu 100 mg täglich über drei Tage, andere Quellen halten eine einmalige Gabe von 100 mg für ausreichend. Einig sind sich alle bei der Wiederholung nach zwei und oft noch einmal nach vier Wochen. Richten Sie sich nach der ärztlichen Verordnung und der beiliegenden Packungsbeilage.
Wie lange dauert es, bis Madenwürmer weg sind?
Der Juckreiz lässt meist innerhalb weniger Tage nach der ersten Einnahme deutlich nach. Bis der Befall wirklich beendet ist, vergehen wegen der Wiederholungsdosen und der Entwicklungszeit der Eier aber typischerweise vier bis sechs Wochen. Halten Sie die Hygienemaßnahmen über diesen gesamten Zeitraum durch, sonst beginnt der Kreislauf von vorn.
Sind Madenwürmer ansteckend? Darf mein Kind in den Kindergarten?
Madenwürmer sind ansteckend, solange Eier ausgeschieden werden. Ein Ausschluss von Kindergarten oder Schule ist in Deutschland aber nicht vorgesehen; das Kind darf die Einrichtung weiter besuchen. Sinnvoll ist es, die Einrichtung und die Eltern eng befreundeter Kinder zu informieren, damit Handhygiene und Nagelpflege dort ebenfalls konsequent umgesetzt werden.
Welche Hausmittel helfen gegen Madenwürmer?
Kein Hausmittel beseitigt einen Madenwurmbefall zuverlässig, auch nicht Knoblauch, Kokosöl oder Karottensaft. Da selbst geprüfte Medikamente eine Wiederholungsdosis brauchen, ist ein rein hausmittelbasierter Versuch aussichtslos und verlängert die Ansteckungszeit. Was tatsächlich hilft, ist die Hygiene: kurze Nägel, tägliche Morgendusche, frische Unterwäsche und Wäsche bei 60 Grad.
Können auch Erwachsene Madenwürmer bekommen?
Ja. Erwachsene stecken sich vor allem über infizierte Kinder im eigenen Haushalt an. Die Symptome sind dieselben, werden aber häufig als Hämorrhoiden oder Analekzem fehlgedeutet. Weil Erwachsene den Kreislauf im Haushalt aufrechterhalten können, sollten bei einem nachgewiesenen Befall alle Haushaltsmitglieder gleichzeitig behandelt werden, auch wenn sie beschwerdefrei sind.
Quellen
- Madenwürmer (Enterobiasis): Behandlung - gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) - https://gesund.bund.de/madenwuermer-enterobiasis
- Würmer bei Kindern (Madenwürmer) - Gesundheitsinformation.de (IQWiG) - https://www.gesundheitsinformation.de/wuermer-bei-kindern-madenwuermer.html
- Madenwurminfektion - MSD Manual, Ausgabe für Patienten - https://www.msdmanuals.com/de/heim/infektionen/parasiteninfektionen-nematoden-fadenw%C3%BCrmer/madenwurminfektion
- Madenwurminfektion - Die Techniker (TK) - https://www.tk.de/techniker/krankheit-und-behandlungen/erkrankungen/behandlungen-und-medizin/infektionen/madenwurminfektion-2022250
- Madenwürmer (Oxyuriasis) - Deximed, Deutsche Experteninformation Medizin - https://deximed.de/home/klinische-themen/magen-darm-trakt/patienteninformationen/enddarm/madenwuermer-oxyuriasis
- Mebendazol - Anwendung, Wirkung, Nebenwirkungen - Gelbe Liste - https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Mebendazol_1705
