Asthma: Symptome erkennen
Inhaltsverzeichnis
- Die wichtigsten Symptome im Überblick
- Atemnot, Giemen und Husten: die Anzeichen im Detail
- Allergisches und nicht allergisches Asthma unterscheiden sich in den Auslösern
- Asthma-Symptome bei Kindern
- Asthmaanfall: Symptome und Warnzeichen
- Ursachen: wie es dazu kommt
- Wann Sie zum Arzt sollten
- Behandlung: was hilft
- Häufige Fragen (FAQ)
- Wie merke ich, dass ich Asthma habe?
- Was sind die ersten Anzeichen von Asthma?
- Wie fühlt sich ein Asthmaanfall an?
- Was tun bei einem Asthmaanfall?
- Kann Asthma plötzlich auftreten?
- Wie unterscheidet sich Asthma von COPD?
- Ist Asthma heilbar?
- Kann man Asthma ohne Atemnot haben?
- Quellen

Asthma bronchiale meldet sich selten mit einem einzigen deutlichen Zeichen. Typisch ist eine Kombination aus anfallsartiger Atemnot, einem pfeifenden Geräusch beim Ausatmen, einem Engegefühl in der Brust und hartnäckigem Reizhusten, der besonders nachts und in den frühen Morgenstunden auftritt. Zwischen den Episoden fühlen sich viele Betroffene völlig gesund. Genau dieser Wechsel ist das wichtigste Erkennungsmerkmal.
Der folgende Überblick zeigt Ihnen, welche Asthma-Anzeichen bei Erwachsenen und Kindern auftreten, woran Sie einen beginnenden Asthmaanfall erkennen und wann Sie nicht abwarten dürfen.
Die wichtigsten Symptome im Überblick
- Atemnot, die anfallsartig kommt und wieder verschwindet
- Pfeifende, brummende oder rasselnde Geräusche beim Ausatmen (Giemen)
- Engegefühl oder Druck in der Brust, teils Schmerzen hinter dem Brustbein
- Trockener Reizhusten, häufig nachts und in den frühen Morgenstunden
- Verlängerte, mühsame Ausatmung
- Zäher Schleim, der sich nur schwer abhusten lässt
- Beschwerden nach Kontakt mit Auslösern wie Pollen, Tierhaaren, Staub, kalter Luft oder Rauch
- Kurzatmigkeit bei Belastung, bei Kindern schon beim Toben oder lauten Lachen
- Beschwerdefreie Phasen zwischen den Episoden
Atemnot, Giemen und Husten: die Anzeichen im Detail
Die Beschwerden entstehen dadurch, dass sich die Muskulatur um die Bronchien verkrampft, die Schleimhaut anschwillt und vermehrt zähen Schleim bildet. Die Atemwege werden dadurch enger. Das Einatmen gelingt meist noch, das Ausatmen dagegen kostet Kraft und dauert deutlich länger. Aus dieser Verengung entsteht das typische Pfeifen.
Das Engegefühl in der Brust beschreiben viele Betroffene als Band oder Reifen, der sich zusammenzieht. Manche spüren Schmerzen hinter dem Brustbein. Nicht selten steht am Anfang der Erkrankung ausschließlich ein trockener Reizhusten, ohne jede hörbare Atemnot. Diese Form wird oft monatelang für einen verschleppten Infekt oder eine chronische Bronchitis gehalten.
Ein weiteres Muster ist die Tagesrhythmik. Beschwerden, die Sie regelmäßig zwischen zwei und fünf Uhr morgens wecken, sprechen deutlich für Asthma. Wer mehrmals pro Woche nachts wach wird, schläft zu wenig, und daraus entstehen Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und ein Leistungsknick am Tag.
Allergisches und nicht allergisches Asthma unterscheiden sich in den Auslösern
Beim allergischen Asthma treten die Beschwerden schnell nach dem Allergenkontakt auf, oft innerhalb weniger Minuten. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen folgt Stunden später eine zweite Beschwerdewelle, meist sechs bis zehn Stunden nach dem Kontakt. Wer abends Atemnot bekommt, obwohl der Kontakt mit der Katze am Nachmittag war, erlebt genau das.
Beim nicht allergischen Asthma fehlt dieser klare Auslöser. Hier stehen Atemwegsinfekte, kalte Luft, körperliche Anstrengung, Rauch oder Stress im Vordergrund. Auch bestimmte Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure und andere nicht steroidale Entzündungshemmer können Beschwerden auslösen. Diese Form zeigt sich häufiger nur als trockener Reizhusten und wird deshalb später erkannt.
Asthma-Symptome bei Kindern
Kinder klagen selten über Atemnot. Sie husten. Auffällig ist Husten beim Herumtoben, beim Sport, bei kalter Luft oder sogar beim lauten Lachen. Ein weiteres Signal sind wiederkehrende Atemwegsinfekte, die länger dauern als bei Gleichaltrigen und immer wieder mit einem pfeifenden oder brummenden Atemgeräusch einhergehen.
Weil ein Kind Beschwerden schlecht in Worte fasst, achten Sie auf das Verhalten: Pausen beim Spielen, Vermeiden von Sport, unruhiger Schlaf, nächtliches Aufwachen mit Husten. Diese Beobachtungen gehören in die kinderärztliche Praxis, auch wenn das Kind zwischendurch völlig gesund wirkt.
Asthmaanfall: Symptome und Warnzeichen
Ein Asthmaanfall kündigt sich meist an. Frühe Anzeichen sind zunehmende Brustenge, vermehrter Reizhusten, hörbares Pfeifen beim Ausatmen und ein steigender Verbrauch des Bedarfssprays. Wer sein Spray häufiger braucht als sonst, sollte das als Warnsignal werten und nicht als Lösung.

Anzeichen für einen schweren Anfall sind Atemnot in Ruhe, deutlich beschleunigte Atmung und ein schneller Puls, Sprechen nur noch in kurzen Sätzen oder einzelnen Wörtern, sichtbarer Einsatz der Hals- und Schultermuskulatur beim Atmen, Unruhe und Angst sowie eine Blaufärbung von Lippen oder Fingernägeln. Wenn das Bedarfsspray nicht mehr wirkt, ist das ein Notfall.
Ursachen: wie es dazu kommt
Asthma ist eine chronische Entzündung der Atemwege. Die Schleimhaut ist dauerhaft gereizt und reagiert auf Reize, die gesunde Atemwege unbeeindruckt lassen. Diese Überempfindlichkeit bleibt auch dann bestehen, wenn Sie gerade keine Beschwerden haben. Deshalb ist eine beschwerdefreie Woche kein Beleg dafür, dass das Asthma verschwunden ist.
Beim allergischen Asthma richtet sich die Abwehrreaktion gegen an sich harmlose Stoffe wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelsporen. Eine familiäre Veranlagung für Allergien, Neurodermitis oder Heuschnupfen erhöht das Risiko. Beim nicht allergischen Asthma stehen Infekte, Medikamente und Reizstoffe im Vordergrund. Tabakrauch, auch passiv eingeatmet, verschlechtert beide Formen zuverlässig.
Häufig kommt beides zusammen. Ein bereits bestehendes allergisches Asthma wird durch einen Atemwegsinfekt entgleisen gelassen, und die Beschwerden bleiben danach wochenlang stärker als zuvor.
Wann Sie zum Arzt sollten
Rufen Sie sofort den Notruf 112, wenn eines dieser Zeichen auftritt:
- Atemnot in Ruhe, die sich trotz Bedarfsspray nicht bessert
- Sprechen nur noch in einzelnen Wörtern möglich
- Blaue Lippen, blasse oder graue Haut, blaue Fingernägel
- Verwirrtheit, starke Schläfrigkeit oder drohende Bewusstlosigkeit
- Ein Anfall, der stärker ist als alles, was Sie bisher kennen
Vereinbaren Sie zeitnah einen Arzttermin, wenn Sie länger als drei Wochen husten, nachts wegen Atemnot oder Husten aufwachen, beim Treppensteigen außer Atem geraten, ein Pfeifen beim Ausatmen hören oder Ihr Kind beim Spielen und Sport regelmäßig hustet. Auch ein steigender Verbrauch des Bedarfssprays gehört ärztlich geklärt.
Wichtig zur Einordnung: Asthma lässt sich nicht anhand von Symptomen allein sicher feststellen. Die Diagnose stützt sich auf das Gespräch, die körperliche Untersuchung und eine Lungenfunktionsprüfung, häufig ergänzt durch einen Provokations- oder Reversibilitätstest und eine Allergiediagnostik. Ähnliche Beschwerden verursachen unter anderem COPD, Herzschwäche, Reflux und Stimmbanddysfunktion. Diese Abgrenzung kann nur eine Ärztin oder ein Arzt vornehmen.
Behandlung: was hilft
Asthma ist bisher nicht heilbar, in den allermeisten Fällen aber gut kontrollierbar. Ziel der Therapie ist, dass Sie im Alltag beschwerdefrei sind, nachts durchschlafen, sich normal belasten können und Ihr Bedarfsspray kaum brauchen. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma beschreibt dafür ein Stufenschema, das gemeinsam mit der behandelnden Praxis angepasst wird.

Die Therapie ruht auf zwei Säulen. Bedarfsmedikamente, sogenannte Reliever, erweitern die Bronchien innerhalb weniger Minuten und lindern akute Beschwerden. Ein klassisches Beispiel ist das Salbutamol-Dosieraerosol Sultanol, das die Bronchialmuskulatur rasch entspannt. Es behandelt allerdings nur das Symptom, nicht die zugrunde liegende Entzündung. Dauermedikamente, sogenannte Controller, wirken entzündungshemmend und werden täglich angewendet, auch in beschwerdefreien Phasen. Dazu zählen inhalative Kortikosteroide, häufig kombiniert mit einem langwirksamen Bronchialerweiterer wie im Pulverinhalator Relvar Ellipta. Diese Kombination ist ausdrücklich nicht für den akuten Anfall gedacht.
Alle genannten Asthmamedikamente sind in Deutschland verschreibungspflichtig und setzen eine ärztliche Diagnose voraus. Eine Übersicht der bei uns geführten Präparate finden Sie in der Kategorie Asthma. Bitte verstehen Sie diese Seite als Information zur bereits gestellten Diagnose und nicht als Ersatz für die Abklärung. Wer noch nie eine Lungenfunktionsprüfung hatte, braucht zuerst einen Termin, kein Spray.
Nicht medikamentöse Maßnahmen tragen erheblich zur Kontrolle bei: konsequenter Rauchverzicht, Meiden bekannter Auslöser, Atemtechniken wie Lippenbremse und Kutschersitz, regelmäßige Bewegung, Asthmaschulung und bei allergischem Asthma gegebenenfalls eine spezifische Immuntherapie. Ein schriftlicher Notfallplan, den Sie mit Ihrer Praxis erstellen, verkürzt im Ernstfall die Reaktionszeit.
Besteht zusätzlich eine Pollenallergie, gehört sie in dieselbe Behandlungsplanung, weil sie die Atemwege zusätzlich reizt.


Häufige Fragen (FAQ)
Wie merke ich, dass ich Asthma habe?
Verdächtig ist eine Kombination aus anfallsartiger Atemnot, pfeifendem Ausatmen, Engegefühl in der Brust und Reizhusten, die in Episoden auftritt und dazwischen wieder abklingt. Besonders typisch sind nächtliche Beschwerden und ein klarer Zusammenhang mit Auslösern wie Pollen, Tierhaaren, kalter Luft oder Anstrengung. Sicherheit gibt aber erst eine Lungenfunktionsprüfung in der Arztpraxis, denn andere Erkrankungen machen ähnliche Beschwerden.
Was sind die ersten Anzeichen von Asthma?
Am Anfang steht häufig nur ein trockener Reizhusten, der nachts oder nach Belastung auftritt und nach einem Infekt nicht verschwindet. Dazu kommen ein leichtes Engegefühl in der Brust, Kurzatmigkeit beim Sport und ein kaum hörbares Pfeifen beim Ausatmen. Weil Atemnot in dieser Phase noch fehlt, wird Asthma oft für eine hartnäckige Bronchitis gehalten und erst spät erkannt.
Wie fühlt sich ein Asthmaanfall an?
Betroffene beschreiben ein Zuschnüren der Brust und das Gefühl, nicht mehr ausatmen zu können. Das Einatmen gelingt, die Luft bleibt aber gefangen. Dazu kommen lautes Pfeifen, Husten, schnelle flache Atmung, schneller Puls sowie Unruhe und Angst. Sprechen fällt schwer, oft reicht die Luft nur noch für kurze Sätze. Viele setzen sich automatisch aufrecht und stützen die Arme ab.
Was tun bei einem Asthmaanfall?
Ruhe bewahren, aufrecht hinsetzen und den Kutschersitz einnehmen, also vorgebeugt die Unterarme auf den Oberschenkeln abstützen. Enge Kleidung öffnen, gegen die Lippenbremse langsam ausatmen und das ärztlich verordnete Bedarfsspray nach Notfallplan anwenden. Bessern sich die Beschwerden nicht rasch oder verschlimmern sie sich, wählen Sie 112. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu früh den Notruf verständigen.
Kann Asthma plötzlich auftreten?
Ja. Asthma kann in jedem Lebensalter erstmals auftreten, auch nach Jahrzehnten ohne Atemprobleme. Häufige Anlässe sind ein schwerer Atemwegsinfekt, ein neuer Arbeitsplatz mit Reizstoffen oder eine neu entstandene Allergie. Bei Erwachsenen beginnt Asthma öfter nicht allergisch. Der plötzliche Beginn ist kein Argument gegen die Diagnose, sondern ein Grund für eine zügige Abklärung.
Wie unterscheidet sich Asthma von COPD?
Asthma verläuft in Episoden mit beschwerdefreien Phasen, beginnt oft im Kindes- oder Jugendalter und hängt häufig mit Allergien zusammen. Die Atemwegsverengung ist weitgehend rückbildungsfähig. COPD entwickelt sich meist nach jahrelangem Rauchen, beginnt schleichend im mittleren Lebensalter und die Einschränkung bleibt dauerhaft bestehen. Die Unterscheidung gelingt über Vorgeschichte und Lungenfunktionsprüfung, nicht über das Beschwerdebild allein.
Ist Asthma heilbar?
Nein. Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, die sich bislang nicht heilen lässt. Sie lässt sich jedoch bei den meisten Menschen so gut kontrollieren, dass Alltag, Sport und Schlaf kaum eingeschränkt sind. Bei Kindern können sich die Beschwerden im Verlauf deutlich bessern oder vorübergehend verschwinden, die Überempfindlichkeit der Atemwege bleibt aber häufig bestehen.
Kann man Asthma ohne Atemnot haben?
Ja. Es gibt eine Form, bei der über lange Zeit ausschließlich trockener Reizhusten auftritt, meist nachts, bei Belastung oder in kalter Luft. Atemnot und Pfeifen fehlen zunächst vollständig. Diese Variante wird oft als verschleppter Infekt oder Reflux behandelt. Ein Husten, der länger als drei bis vier Wochen anhält, gehört deshalb ärztlich abgeklärt, auch ohne Luftnot.
Quellen
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Gesundheitsinformation.de: Asthma - https://www.gesundheitsinformation.de/asthma.html
- Lungenärzte im Netz, Berufsverband der Pneumologen: Asthma bronchiale - Krankheitsbild - https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/asthma-bronchiale/krankheitsbild/
- Techniker Krankenkasse: Asthma-Symptome - Woran erkenne ich Asthma? - https://www.tk.de/techniker/krankheit-und-behandlungen/erkrankungen/behandlungen-und-medizin/asthma-bronchiale/krankheitszeichen-woran-erkenne-ich-asthma-2013036
- Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma, Version 5 (2024), gültig bis 14.08.2029 - https://www.nvl-programm.de/themen/asthma
- Gelbe Liste Pharmindex: Wirkstoff Salbutamol, Präparateübersicht - https://www.gelbe-liste.de/suche?term=Salbutamol